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ich muss noch ein wenig allhier verwarten und nachsehen...
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet, - Verdammet nicht, damit ihr nicht verdammet werdet, - denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden und mit welcherlei Maß ihr messet, so wird euch gemessen werden.."
In diesem Projekt schlüpfe ich in die Rolle des Mystikers und Philosophen Jakob Böhme (1575-1624).
Martin Stefke und ich bearbeiteten zusammen die Schriften des Adeligen
Johann Sigismund von Schweinichen.
Er trug maßgeblich zur Publikation von Böhmes Werken bei und unterstützte
Böhme gegen Wiederstände der
lutherischen Ortodoxie und ermöglichte den ersten Druck von dessen Schriften.
Kurz erklärt: Jakob Böhme war einer der radikalsten und faszinierendsten Denker Deutschlands. Er lebte in Görlitz, Sachsen als einfacher Schuster und verdiente mit seinem Handwerk sein Geld. In dieser Zeit war das Denken und Sprechen - über Gott, Klerus und die Welt der Kirche,
den Adeligen und Mächtigen überlassen. Böhme hatte allerdings eine tiefe geistige Vision, die durch einen Sonnenstrahl in
einem Zinnteller ausgelöst wurde und er behauptete - das Wesen Gottes und
das Geheimnis der Schöpfung unmittelbar geschaut zu haben. Für ihn war auch die Natur der sichbare Leib Gottes.
Er fing an zu schreiben.
Das gefiel der Kirche nicht, er wurde als Ketzer beschimpft.
Der Görlitzer Oberpfarrer Gregor Richter war sein erbittertster und fanatischster
Gegenspieler und hetzte die ganze Stadt gegen Böhme und seine Familie auf.
Böhme ging in Angriff über und schrieb weiter. Er schrieb auch an den Kurfürsten von Sachsen um diesen um Hilfe zu bitten und Böhme floh heimlich auch aus Görlitz.
Die ganze Geschichte ist außergewöhnlich und Jakob Böhme ist eine unglaublich
faszinierende Personlichkeit, welche sich auflehnte, obwohl er eigentlich keine Chance hatte.
In dem Stück " Ich muss noch ein wenig allhier verwarten und nachsehen" geht es um sein Buch " die Drey Principia".
Martin Stefke und ich haben uns gefragt,
ob es heute vielleicht auch solche
ungehörten, einfachen "Propheten" geben könnte, denen man aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Standes in der Gesellschaft einfach nicht zuhört.

Martin Stefke und ich haben zusammen dieses Konzept entwickelt und ich bin als vermeindlich Obdachloser durch Görlitz gerannt und habe gepredigt, ermahnt und in Böhmemanier gepöbelt.
Eine Vorstellung war angemeldet,
aber damit hatte keiner gerechnet.
Die Leute gingen mir auf Grund meines Aussehens und dem mir zugesprochenen Gestank eines Obdachlosen aus dem Weg, gaben mir Kleingeld und baten mir sogar Hilfe an. Da das Publikum nicht vollends aufgeklärt wurde, schafften wir zwischendurch große Verwirrung und eine Irritation auf deutscher und polnischer Seite der Stadt, auf welcher ich mich an Böhmes Wohnhaus platzierte.
Theater heute/ Kolumne ´25
überall adaptierbar
Da Jakob Böhme weitesgehend in
Deutschland unbekannt ist, aber in
anderen europäischen Ländern teils als "Held" verehrt wird, ist dieses Stück
überall umsetzbar und regional
adaptierbar. Ob im öffentlichen Raum oder in geschlossenen Räumlichkeiten im
simplen Bühnenbild oder auch ganz ohne.
"Ich interagiere mit dem Publikum und
nehme Sie mit auf eine Reise welche heute, wie auch vor 500 Jahren mit der Aktualität spielt. Das Stück verbindet das historische Erbe Böhmes mit Fragen zur
Gedankenfreiheit und Verfolgung."
2025 im Sommertheater-Festprogramm des Gerhart-Hauptmann-Theaters
"ViaThea"Straßentheaterfestival 2025
Stadtfest Görlitz 2025
Presse:
Theater Heute Zeitschrift 8/9 2025 :
"Wider die losen Hollunken -
gegen den neuen Populismus"
Dresdner Neue Nachrichten:
"...furioser postmodern inszinierter Stadtspaziergang. Görlitzer Somertheater beginnt mit Jakob Böhme."
Sächsische Zeitung:
"..ausgestattet mit voll bepacktem Hackenporsche, wühlte er in Mülltonnen und
konfrontierte die Passanten unvorbereitet mit Böhmes tiefgründigen Texten. Irritierende und eindringliche Performance.."
an einen künftigen
Alles begann mit einer Anfrage für Tonaufnahmen. Der Künstler Christian Fischer hatte Texte von Franz Hackel entdeckt und plante diese - beziehungsweise einen Auszug daraus - zu vertonen. Das daraus entstandene Projekt "Des Ostens Sonne bricht in Augen blind" ist auf Youtube zu finden.
Zu dieser Zeit war meine Stimme aufgrund einer Stimmbandentzündung stark
beeinträchtigt, sodass ich nur eingeschränkt arbeiten konnte. Dadurch entstand die
Gelegenheit, mich intensiver mit weiteren Texten von Franz Hackel auseinanderzusetzen. Ich entwickelte zunächst ein künstlerisches Konzept, das Elemente aus Schauspiel und Malerei miteinander verband.
Ich stellte das Konzept am Theater vor. Die Leitung erkannte darin Potenzial und
ermutigte mich, die Idee weiterzuentwickeln und umfangreicher auszuarbeiten.
Daraufhin setzte ich mich intensiv mit dem Material auseinander und entwickelte daraus ein eigenständiges Monologstück.
Aus einer zunächst ungeplanten Gelegenheit entstand so ein persönliches, künstlerisches Projekt, das schließlich erfolgreich auf die Bühne gebracht wurde.
Kurz erklärt: Franz Paul Hackel (1887-1962) war ein Lyriker, Dichter, Anarchosyndikalist und Politik-Theoretiker, Soldat im ersten Weltkrieg, Nazigefangener und überlebender KZ- Häftling. Er wurde in Dresden geboren und war ab 1918 tschechischer Staatsbürger.
Enttäuscht von den sozialen Verhältnissen, fanatisch gegen Krieg und Unterdrückung
eingestellt, lebte er in den 1920ern wieder in Dresden. Im Dezember 1933 wurde er von der Gestapo verhaftet und bis März 1934 in das KZ Hohenstein überstellt. 1934 wurde er als "lästiger Ausländer" wieder nach Tschechien ausgewiesen. Er lebte in Liberec und
unterhielt Verbindungen zur illegalen Dresdner FAUD. 1938 wurde er nach der Besetzung der Tschechoslowakei von der Gestapo verhaftet und kam in die Konzentrationslager
Buchenwald und Dachau. Sein frühes Werk " Die banalen Lieder" welches als Vorlage für "An einen Künftigen" dient, wurde von den Nazis als " kommunistische Pornographie"
bezeichnet und fiel der Verbrennung zum Opfer.
Franz Hackel: "Ich schrieb in den Jahren von 1914 bis 1927 die banalen Lieder. - Jedes Gedicht dieses Buches ist auf dem mit Blut und Dreck gedüngten Boden Europas
entstanden."
Bereits 1928 erregte er damit Aufsehen bei der Polizei.
Ab 1945 und nach der Befreiung lebte er in Lückendorf und litt bis 1962 unter dem SED - Regime.
Franz Hackel stieß durch seine Worte und seine Anschauung, sowohl im links- als auch rechtspolitischen Spektrum auf Unverständnis und Gegenwehr.
Einer der Gründe weswegen ich ihm als Künstler eine Bühne bieten möchte.
Er war ein Vordenker und definitiv seiner und auch unserer Zeit vorraus.
Ich schlüpfe im Stück "An einen Künftigen" in die Rolle der Verzweiflung und Drastik der Texte von Hackel, setze sie gekonnt und aktualisiert ins Heute und reiße den Zuschauer aus seiner Bequemlichkeit. Texte von vor 100Jahren neu und tagesaktuell performt.
Drastisch, humorvoll, eindringlich, beeindruckend.
Neben den regulären Vorstellungen am GHT, spielte ich einen Auszug am 11.Sächsischen Theatertreffen. Neben Soziokulturellen Zentren ist es auch auf Kulturfestivals spielbar. Eine Kantinenumgebung eignet sich perfekt um nah am Publikum zu sein und dieses in den Bann zu ziehen.
Radikal, tagesaktuell, aufrüttelnd
- mit einem simplen Bühnenbild und wenig Technik.
Dauer ca. 45-50 Minuten.
(buchbar)

Auf dem trinationalen Musik - und Kulturfestival "AHOJ" war ich 2024 zu Gast.
Es war ein richtiger Spaß bei dieser ausgelassenen Stimmung kurz einen Realitätseinbruch zu schaffen. Keine Sorge, danach wurde glücklich weitergefeiert.

"Pfui, du Menschenschwein! Du willst der Schöpfung Krone sein..?"


In der Kulturkneipe Jolesch haben mich Gäste nicht als act erkannt und wollten diesen Rüpel, der da so energisch auftritt, körperlich tadeln und aus den Räumlichkeiten entfernen.

Bei der Verleihung des Unternehmerpreises der Oberlausitz habe ich die Veranstaltung gezielt und eindrücklich stören dürfen.
beide Stücke sind leicht umsetzbar, Stark, eindringich, sinnlich und spielen mit der Psyche und dem denken der
zuschauer.
"Ich muss noch ein wenig allhier verwarten und nachsehen" - ca.50 min.
- Expose und Konzeption auf Nachfrage
"An einen Künftigen" - ca.45-60 min.
- Expose, Konzeption und Mitschnitt auf Nachfrage
Melden Sie sich gerne bei Interesse. Sowas haben Sie lange, wenn noch nie gesehen.